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Priestitute

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Anzahl der Beiträge : 1
Anmeldedatum : 05.10.16

BeitragThema: Anmeldung   Fr Okt 07, 2016 8:37 pm



Priestitute



» Ich bin noch da Kleines, ich bin noch da. «, flüsterte er geräuschlos in die bedrückende Stille hinein, so leise, dass nur eine sich in unmittelbarer Nähe befindende Person es vernehmen hätte können, so leise, dass der Wind, der sich durch ein kaum hörbares, weit entferntes Klappern bemerkbar machte, die Worte längst zerrissen hätte.
Doch auf diese Worte würde er nie eine Antwort bekommen.
Der zierliche Körper unter seinen Händen war noch immer warm, das wusste er, glaubte er zu wissen, denn die Flüssigkeit, die sich auf seinem Oberkörper ausbreitete, nur, um sich anschließend in die alten Dielen des Bodens zu fressen, war warm.
Hellblondes, ungepflegtes Haar kitzelte mit jedem Luftzug seine Wangen, und erst jetzt spürte er die Rippen unter seinen Fingern deutlich hervor dringen, als er versuchte, sich in irgendeiner Weise zu bewegen. Wie lange war er schon hier? Wie lange schon bildete er sich sein, der Körper sei intakt? Eine eiskalte Gänsehaut zog mit einem Windstoß über seinen Körper, ließ ihn mit einem Mal frösteln. Wie lange?
Sein Blick fiel auf ein von einem Holzrahmen umgebenes Fenster, an dem die alte, weiße Farbe allmählich abblätterte und er entsann sich verschwommen daran, dass es das letzte Mal sauber und klar und nicht wie just, verstaubt und schmutzig gewesen war. War Zeit vergangen?
So schwer es ihm auch fiel, versuchte er den Körper des kleinen Mädchens zur Seite zu drücken - was lediglich das Ergebnis seines vergeblichen Versuchs war, verschlug ihm beinahe den Atem.
» Wach auf, Jared, wach auf.. Bitte. Du.. du kannst mich.. mich doch nicht einfach allein hier lassen, bitte. «
Der Mann blinzelte in verzweifelte, helle, blaue Augen, die einen deutlichen Kontrast zu dem restlichen Aussehen bildeten. Doch verstummte ihre Stimme auf bedrückende Art und Weise, als sich gedämpfte Schritte über den Boden bewegten, nicht weit von ihnen. Sie klangen dumpf, der Boden knarzte bei jeder Bewegung, die die unsichtbaren Fremden in der Dunkelheit verursachten.  Dieser Augenblick war denkbar ungünstig; der Mann wusste, dass er nicht in der Lage war, sich zu erheben und er wusste ebenso, dass sie nicht ohne ihn gehen wollen würde. » Jed.. sie kommen.. Ich.. hab Angst. «
Unfähig, zu antworten, legte er lediglich den Finger auf die Lippen. Sei leise, komm schon.
» Bist du noch da? Nein, nein, nein, jetzt.. bitte «, augenblicklich brach ihre Stimme ab, nachdem ein Schuss gefallen war.
Und sie sackte in sich zusammen.
Ihm wurde schwarz vor den Augen – Die Angst, das Kind, der Schmerz -  bis es schließlich dabei blieb, eine schiere Ewigkeit.

Als er wieder zur Besinnung kam, waren sie bereits weg. Etwas hatte seine kraftlosen Arme um ihn geschlungen; es konnten nur Minuten vergangen sein, noch immer war es beinahe stockdunkel. Leise hob sie den Kopf. » Bist du noch da? Es tut so weh, Jed, es tut so weh.. bitte, sag etwas.. « Er wollte etwas erwidern, doch kein Laut drang über seine Lippen und so musste er stumm mitansehen, wie sie ihren Kopf wieder auf seine Brust bettete, musste stumm erkennen, dass es nicht mehr sein Blut war, sondern dass sich ihr Blut langsam auf seiner Kleidung ausbreitete, dass sie einschlief.


Starker Verwesungsgeruch stieg ihm in die Nase, augenblicklich hielt er die Luft an; die Bewegung scheuchte ein paar Fliegen auf, die sich auf dem toten Körper niedergelassen hatten. Viel zu laut summten sie ihm unaufhörlich um die Ohren,  er konnte nichts dagegen unternehmen; musste warten, warten, bis er wieder halbwegs zu Kräften kam.
Panik stieg in ihm auf, als er sich nun ein zweites Mal gegen den leblosen Körper stemmte, noch mehr Fliegen aufschreckten, und ein dumpfer Laut ihm jedoch signalisierte, dass er das Gewollte endlich erreicht hatte, sowie die Tatsache, dass er nur noch mehr fröstelte. Der Gestank war schlimmer geworden, und er zwang sich nicht darauf zu achten, sich stattdessen aufzurichten. Es war so, als fiele Staub von seinen Schultern, als er endlich saß. Wie viel Zeit war vergangen?
Sich vorsichtig an die Wand lehnend, besah er sich den dunkelroten, beinahe braunen Verband, zerdrückte eine Made, die sich vermutlich durch Caras Körper gefressen haben musste. Dass er sich schon jetzt beinahe, ohne, noch einmal zu dem toten Mädchen zu sehen, übergab, ließ ihn gänzlich wegsehen, auch, wenn er mit dem Gedanken gespielt hatte.
Das angrenzende Zimmer, in das er sich schleppte, musste als Küche gedient haben, auch wenn sämtliches Regale leergeräumt waren, so musste es hier etwas geben, das als Verband zu nützen vermochte.
Schlagartig drehte er sich um, glaubte einen Blick auf sich ruhen zu spüren, doch in dieser Richtung befand sich nichts weiteres als eine weitere, verschlossene Tür, die in den Hinterhof des Hauses führte. Wurde er paranoid?
Erst, als er beinahe darüber stolperte, machte er die in den Boden eingelassene Falltür aus, die womöglich seine Rettung sein würde. Mit einem knarzenden Geräusch zog er die Klappe hoch, das, was darunter lag, konnte unmöglich real sein.
Mit einem deutlichen Kraftaufwand schraubte er eines der sorgfältig verstauten, sauberen Marmeladengläser auf, goss sich den Inhalt über den Kopf. Sauberes, klares Wasser, so selten wie Gesellschaft in diesen Tagen. Ein weiteres Glas trank er in einem Zug aus, musste jedoch feststellen, das in dem letzten jenes enthalten war, was enthalten sein sollte - Marmelade, die viel zu süß schien, als er sie hinunterschluckte, doch es war die einzige Möglichkeit, überhaupt an etwas Essbares zu kommen.
Die Wunde unter dem verfaulten Verband sah hässlich aus, doch er zwang sich, hinzusehen, das verkrustete Blut wegzukratzen, schallt sich für seine Dummheit, das Wasser nicht sparsamer verwendet zu haben. Zwischen weiteren, leeren Gläsern wurde er einer bestickten Tischdecke fündig, scheuchte eine Spinne auf.
Wieder halbwegs auf den Beinen, zog er die ehemalig hellblaue Tür auf,  fand sich in einem überwucherten Garten wieder, in dem wohl Gemüse gewachsen sein musste; jetzt war es nunmehr kniehohes Gras. Jared fror. Der Himmel war wie scheinbar immer bewölkt, und es war, bis auf das Rauschen des schneidend kalten Windes, vollkommen still.  Sein Atem bildete weiße Wölkchen, die sich schnell verflüchtigten; der Spaten, den er an die Hauswand gelehnt zwischen Efeu versteckt gefunden hatte, schien gefroren in seinen Händen. Seine Nase begann zu bluten, während er langsam, beschwert, inmitten des kleinen Gartens ein Gab aushob. Sie hatte ihm das Leben gerettet. Das Blut, das sein Kinn hinablief, war zumindest ein verdammtes Zeichen dafür, das er noch lebte, doch er verwischte es nur noch mehr, als er seinen Handrücken darüber gleiten ließ.
Cara, oder das, was von ihr übrig geblieben war - in ihrem Bauch klaffte ein großes Loch, in dem sich weiße Larven aufgeregt hin und her bewegten - war eigenartig schwer in seinen Armen. Lange schoss er die Augen, sah nicht mehr zu dem kleinen Mädchen, bevor er es behutsam in die Erde legte, die Leiche vergrub.
Jared setzte sich in das Gras und wartete, auf was, wusste er nicht.


Er gähnte müde. Der Aufwand, seinen Körper überhaupt warm zu halten, kostete ihn viel Kraft, Kraft die er nicht hatte, nicht mehr, obwohl er die ganze Zeit über nur stumm vor ihrem Grab gehockt hatte; die Luft schien noch kälter geworden zu sein, er hatte seine Jacke nicht wieder gefunden, vermutlich hatten sie einfach alles mitgenommen, was sie in die Hände bekommen hatten. Jared hatte versagt, es war ein Wunder, dass er überhaupt noch lebte, und nicht, wie Cara, einfach von den Maden zerfressen worden war.
Wie lange würde er wohl noch hier warten, ohne selbst etwas zu tun?
Frustriert sah er in den Himmel. Wie lange würde es wohl so weiter gehen? Wie lange würde er noch ums Überleben kämpfen? So viele Menschen, der er gekannt hatte, waren wie Fliegen gestorben - warum nicht er? Was hatte das für einen Sinn, immer wieder dasselbe zu tun? Ein Kreislauf? Er untersagte es sich, daran zu denken, versuchte, die Gedanken zu erschlagen, doch dieser Versuch missfiel ihm maßgeblich; alles brach in einer Flutwelle wieder in ihm zusammen.
Seine dreckigen Stiefel zerteilten knirschend das an den Ansätzen gefrorene, welke Gras, das sich hinter ihm bereits wieder gerade bog, jedoch zu langsam, als dass die Spuren verschwinden würden. Die nächsten Stunden würde ihm jeder, der eine Fährte zu erkennen vermochte, folgen können. Jared schwieg. Was hätte er auch tun können? Verkümmern in einem leeren Haus? Keine der Optionen, die sich ihm geboten hatte, war sonderlich erfreulich oder hätte die Aussicht auf einen Ausweg gehabt.
Sein Zustand war ohnehin irreparabel. Mehr als das, vermutlich.
Die Kälte hatte sich nicht gelegt, viel mehr hatte sie ihm eine Umarmung tausender Winter geschenkt, die ihn unkontrolliert zittern ließ. Was hätte er nun nur für zumindest eine Jacke gegeben? Er musste voran, weiter, in dieser wüsten Einöde, die so weit das Auge ging reichte - irgendwo, irgendwie, irgendwann würde er etwas finden. Gesellschaft? Wärme? Essen? Wasser? In dieser Hinsicht dürfte er sich wohl keine Hoffnungen machen.
Wie Aasgeier schwirrten zwei von ihnen über ihm, doch sie griffen nicht an, warteten vielleicht, bis er einfach umkippte, um es sich einfacher zu machen. Vielleicht hatte sich auch viel verändert, als er geschlafen hatte. Immer wieder schweifte sein Blick nach oben ab, zu den schwarzen Schatten, die sich am Himmel bewegten.

Alter:
Volljährig
RPG-Erfahrungen: Durchaus vorhanden.

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Elody

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Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 08.06.16

BeitragThema: Re: Anmeldung   Sa Okt 08, 2016 2:43 pm

Dann herzlich Willkommen! Du bist Angenommen Smile

Viel Spaß beim posten Wink

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